Gegenfurter 2010L a u d a t i o anlässlich der Verleihung der Johann-Evangelist-Fürst-Medaille an Ing. Hans Gegenfurtner, OGV Pilling-Radldorf, KV Straubing-Bogen am 13. Februar 2010 im Hotel Liebl, Plattling
Anrede:
Der Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege Niederbayern möchte mit der Verleihung der Johann-Evangelist-Fürst Medaille das Le¬benswerk des großen niederbayerischen Förderers der Gartenkultur, der Landesverschönerung und des Obstanbaues ehren und dazu beitragen, sein Andenken zu bewahren.
Johann Evangelist Fürst wirkte, wie Sie sicherlich wissen, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zuerst als Autor eines bäuerlichen Aufklä-rungsromanes, später als Herausgeber der „Bauern-Zeitung“, der „All-gemeinen Deutschen Gartenzeitung“ und des „Obstbaumfreundes“.

Schließlich gründete er die „Praktische Gartenbaugesellschaft zu Frau¬endorf“, welche später über 5.000 Mitglieder aus verschiedensten sozialen Schichten und Ländern aufwies. Daneben errichtete er in Frauen¬dorf bei Vilshofen eine gigantische Musterökonomie, die zum größten Wirtschaftsfaktor Ostbayerns heranwuchs. So hielt man im Jahr 1841 im Reiser¬garten des Betriebes über 3.000 Obstsorten, darunter allein 1.429 Apfel¬sorten vor. Der Musterbetrieb hatte sich zu einem Zentrum der Obst- und Gartenkultur in ganz Deutschland entwickelt.
Johann Fürst ist uns in seinem Lebenswerk ein großes Vorbild! Der Be¬zirksverband Niederbayern verleiht deshalb – in Erinnerung an seine großartige Leistung – Persönlichkeiten, die in seinem Sinne außerge¬wöhnlich begeisternd, zielstrebig und idealistisch tätig waren, die Jo¬hann-Evangelist-Fürst Medaille.
Wer den zu Ehrenden, Herrn Hans Gegenfurtner, kennt, weiß, dass der „Fürst’sche Geist“ bei seinen Vorträgen und zahlreichen Beratungsge¬sprächen stets spürbar war. Er zeigt sich in einem außergewöhnlich ho¬hen Wissensstand, den er selbst im Alter laufend erweitert, einem schier nie endenden Interesse an den gartenbaulichen Wissensgebieten und an seiner stets engagierten Argumentationsweise. Aufgrund seiner fach¬lichen Kompetenz und hervorragenden Rhetorik ist der zu Ehrende auch seit Jahren niederbayernweit, und teilweise darüber hinaus, als Referent bei den Obst- und Gartenbauvereinen geschätzt. Sein Idealismus zeigt sich auch darin, dass er für seine zahlreichen Vorträge nur einen äußerst moderaten Unkostenbeitrag erheben will.
Seit einigen Jahren veröffentlicht er allmonatlich im „Praktischen Garten¬ratgeber“ Tipps zum Gärtnern nach dem Mond, zu dem er selbstver¬ständlich auch schon zahlreiche Vorträge bei den Gartenbauvereinen Niederbayerns gehalten hat. Zudem gibt er alljährlich einen Mondkalender heraus.
Hans Gegenfurtner wurde 1968 zum ersten Vorsitzenden des OGV Pil¬ling-Radldorf gewählt. Dieses Ehrenamt hatte er bis März 2000, also 32 Jahre lang, inne. Mit ihm kann der OGV Pilling-Radldorf seine bestän¬digste und erfolgreichste Zeit vorweisen. In dieser Phase wuchs die Mit¬gliederzahl des Vereins beachtlich an. Ein besonderes Kennzeichen die¬ses rührigen Vereines war stets der hohe fachliche Wissensstand seiner Mitglieder, was auf die außergewöhnliche fachliche Kompetenz des ersten Vorsitzenden zurückzuführen war. Hans Gegenfurtner ist ein an¬erkannter Fachmann im Obst- und Gemüsebau sowie im Pflanzen¬schutz.
Den Vorsitz des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Straubing-Bogen übernahmst du im Jahre 1974. In den fast 32 Jahren deiner Vorstandschaft stieg die Mitgliederzahl von ca. 2.000 auf nunmehr 7.800 an, die Zahl der Vereine von 20 auf 49. Bei der Errichtung und Er¬weiterung des Kreisobstlehrgartens in Neukirchen warst du stets eine treibende, nimmermüde Kraft und bei den zahlreichen Arbeits- und Fortbildungseinsätzen stets aktiv vor Ort.
Von 1993 bis 2000 warst du außerdem mein Stellvertreter auf Bezirks-ebene und als solcher auch Mitglied der Bewertungskommission beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser soll schöner werden“.
Zudem arbeitest du seit ihrer Gründung bei den Arbeitskreisen Pomolo¬gie auf Kreis- und Bezirksebene stets äußerst engagiert mit.

Lieber Hans,
mit diesen Ausschnitten deines Schaffens habe ich einige Meilensteine deines Lebenswerkes aufgezeigt – wohl wissend -, dass es noch viel mehr Erwähnenswertes gäbe. Ich hoffe aber, mit dem bereits Aufge¬zeigten klar herausgestellt zu haben, dass dein ehrenamtliches Schaffen von außergewöhnlichem Idealismus getragen war, du deine Ziele kon¬sequent und leidenschaftlich verfolgt hast, – ganz nach deinem Motto: „Die Gesellschaft braucht Menschen, die mehr tun als nur Ihre Pflicht“.
In Anbetracht deines sehr anspruchsvollen Berufes als Chefkonstukteur bei der Firma Sennebogen kann man es kaum fassen, wie du all deine ehrenamtlichen Tätigkeiten und deinen großen Garten meistern konntest!
Dabei ist es stets wichtig, eine Frau zur Seite zu wissen, die dies alles mitträgt. Dieses große Glück war dir beschieden!
Du bis ein Vordenker und großer Förderer der heimischen Obst- und Gartenkultur. Altbewährtes erhalten und dem Neuen gegenüber stets aufgeschlossen zu sein, ist dein Markenzeichen. Durch deine Aktivitäten hast du weit über Niederbayern hinaus zahllose Gartenfreunde ganz im Sinne von Johann Fürst über einen fachlich fundierten Gartenbau aufgeklärt.
In Anerkennung deiner großartigen Leistung darf ich dir die Johann-Evangelist-Fürst Medaille des Bezirksverbandes überreichen.
Herzlichen Glückwunsch zu dieser hohen und selten verliehenen Aus-zeichnung. Für die kommenden Lebensjahre wünsche ich dir und deiner Frau Gesundheit, Erfolg und weiterhin viel Schaffenskraft.